Schwierige Angelegenheit, das mit der Literatur.
Manchmal muss sie die Zähne zusammenbeissen.
Und trotzdem das Maul aufmachen.

Gemeinsam mit arrivierten Autoren und Nachwuchsschriftstellern springen die Literaturveredler von Konvolut dreist auf den Flüchtlingszug auf – und sammeln Erzählungen, Geschichten und Berichte ihrer Mitreisenden.“Drift – Flüchtige Texte“ ist eine literarisch-musikalische Reise zu brandaktuellen Fluchtpunkten – und das heisst, in diesem Falle, zu Dir, zu mir, und damit letztlich auch: zu uns selbst. Es geht ums Eingemachte, Freunde, um Tod und Teufel und die unheilige Dreifaltigkeit von Flucht, Vertreibung und Heimatlosigkeit, nichts weniger, und das ist viel. Denn wo draussen vergeblich an unseren Türen und Toren gerüttelt wird, da werden sie drinnen geöffnet, damit die heimischen Braunbären all den halbgedachten Unrat wieder ins Haus Europa tragen können, den wir sicher auf den Müllhalden der Geschichte glaubten. „Drift – Flüchtige Texte“ will die Grenzen wenigstens einen Spalt weit öffnen und sich versammeln lassen, was sich versammeln will:

Erfahrungsberichte von Flüchtlingen treffen auf erdachte Wahrheiten von Schriftstellern, Schreiben im Exil trifft schreibendes Exil, und das Alles trifft sich gut, glauben wir. Verbrüdern dürfen sich ausserdem Kurzgeschichten und Essays, Prosa und Poesie, Geschrei und Geflüster, insgesamt ein großes Hallo, jenseits ordnender Kräfte.

Pragmatischer gesprochen: In den kommenden Wochen und Monaten werden auf der Webseite www.artofpeace.eu regelmäßig neue musikalische Lesungen zum traurigen Bestseller „Flucht und Vertreibung“ und zudem zum Download in Ton und Schrift bereit stehen, gemacht von Autoren, mitgemacht von Konvolut.

 

Und: Weil nur der Tod umsonst ist,
ist es das Überleben eben nicht.

Wir erbitten deshalb für jede Geschichte um eine Spende von nicht weniger (aber gerne mehr) als 1 Euro, die über unseren Partner betterplace.org zu 100% an Flüchtlingsprojekte weitergereicht werden. Wir verzichten dabei bewusst auf Bezahlschranken, an Schlagbäumen gibt es derzeit ja eher wenig Mangel. Sagen wir es doch mal so: Wer einem Flüchtling 1 Euro klaut, kann sowieso nicht richtig lesen.

Wir danken wirklich herzlich für Eure Unterstützung – und hoffen, mit all dem auch ein wenig Gefallen zu finden, selbst wenn die Reise manchmal dahin geht, wo es weh tut. Goethe, übernehmen Sie…

 

Der Worte sind genug gewechselt,
lasst mich auch endlich Taten sehen.

Na, mal sehen…

Konvolut_Bild_sw_gold

Konvolut sind im Übrigen:

Katharina Neudorfer (Stimme)
Kilian Kemmer (Klavier)
Erik Weingarten (Gitarren und Wunderkisten)
Marco Böhlandt (Trompete, Gitarre, „Gesang“)

sowie als Gast: Johannes Schreiber (Schlagzeug)

 

Also:
1. Spenden (Ende der Seite).
2. Die neueste Geschichte herunterladen.
3. Herzlichen Dank!

 

 

 


#3

Die Stadt mit Dächern aus Gold

Eine Erzählung von
Denijen Pauljevic

Über den Text.

Ein Sachbearbeiter der Ausländerbehörde führt ein Gespräch mit einem Asylbewerber, der für seinen Sohn einen Ausweg aus dem kafkaesk anmutenden Irrtum des Verwaltungsapparats sucht. Die Gesetzbücher und das bürokratische Verfahren scheinen ein eigenes Leben zu führen. Nach und nach erkennt der Sachbearbeiter, dass sein früheres Leben dem des Mannes vor ihm sehr ähnlich war.Und die Lösung der ganzen Angelegenheit kann so einfach sein.

Über den Autor.

Geboren in Belgrad, flüchtete Denijen Pauljević während der Balkankriege nach Deutschland und verbrachte vier Jahre in einem Asylheim. Er studierte interkulturelle Kommunikation, nahm an der Drehbuchwerkstatt an der HFF in München teil und arbeitet an verschiedenen Literatur-, Drehbuch- und Theaterprojekten. In 2014 erhielt er die Autorenförderung Raniser Debüt für den Roman „Der Wundenleser“, in 2015 das Literaturstipendium der Stadt München für „Mimicria“.

 

Anhören./Download.
(Hörbuch und Soundtrack)

[Download über das kleine Symbol rechts oben im nachfolgenden „Soundcloud“-Fenster]


 

#2

Die Ungesichter

Eine Erzählung von
Fridolin Schley

Über den Text.

Das somalische Mädchen Amal ist gerade 15 geworden, als eine islamistische Miliz über Nacht das Dorf besetzt. Ihr Vater wird ermordet, Amal verschleppt. Irgendwann gelingt ihr die Flucht, und ein monatelanger Leidensweg beginnt, der sie oft bis über den Rand ihres eigenen Verstandes führt. Die Ungesichter ist ein fliehendes Gefüge aus Wahrnehmung und Erinnerung, aus Erfahrungen der Gewalt und immer wieder auch unerwarteter Hilfe. Es erzählt mit den Mitteln literarischer Genauigkeit eine einzelne bewegende Geschichte über den brutalen Verlust einer Kindheit und darüber, wie viel der Mensch aushalten kann, solange er noch Hoffnung hat.

Über den Autor.

Fridolin Schley lebt als Buchautor und Redakteur des Literaturportals Bayern in München. Für seine Werke wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Tukan-Preis für den Erzählband Wildes schönes Tier. 2015 war er Herausgeber des Buches Fremd, eine Anthologie gegen Fremdenfeindlichkeit. Zudem gehört er zu den Autoren des Bandes Die Hoffnung im Gepäck, für die sich Münchner Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit Geflüchteten trafen und deren Lebensgeschichten aufschrieben. Aus dieser Begegnung mit dem somalischen Mädchen Amal, das in Wirklichkeit anders heißt, entstand das Buch Die Ungesichter (beide Allitera Verlag).

„Ein kleines, extrafeines Meisterwerk“
(Christian Bumeder, BR Fernsehen, SÜDLICHT)

„Eine kongenial atemlose Sprache“ (Antje Weber, Süddeutsche Zeitung)

„Eine berührende Geschichte (…), ein schmales, leises Buch, eine literarisch durchkomponierte Partitur, atemlos in einem Satz, ein Geflecht aus Träumen und bitterer Realität.“ (Cornelia Zetzsche, Bayerischer Rundfunk, radioTexte Das offene Buch)

 

Anhören./Download.
(Hörbuch und Soundtrack)

[Download über das kleine Symbol rechts oben im nachfolgenden „Soundcloud“-Fenster]


 

#1

Transit Gloria

Eine Erzählung von
Marco Böhlandt

Über den Text.

Ein belangloser Tag, ein belangloser Ort, ein belangloser Mensch…das Leben des Dr. Jona Festus gleicht einer permanenten Flaute, so unaufgeregt wie die flache Dünung an der Küste, der der hilflose Alltagsphilosoph einen eher unfreiwilligen Besuch abstattet. Doch dann ergibt sich die unerwartete Möglichkeit, Haltung zu zeigen – und Dr. Festus schickt sich an, die bleierne Lethargie seines schlecht gezeichneten Lebensentwurfs zu durchbrechen. Eine Erzählung vom Angriff der Gegenwart auf unsere übrige Zeit…

Über den Autor.

Der promovierte Wissenschaftshistoriker Marco Böhlandt (*1975) ringt als freiberuflicher Texter und Kulturveranstalter auch zum Broterwerb beständig um Worte – und erringt dabei mitunter Etappensiege. 2013 wurde er für sein Romanprojekt ›Cloaca mundi‹ mit dem Literaturstipendium der Landeshauptstadt München ausgezeichnet. Mehrfach hat er im Rahmen verschiedener Lesungen gemeinsam mit Konvolut aus diesem nicht enden wollenden Werk vorgetragen. Marco Böhlandt lebt und arbeitet in München.

 

Anhören./Download.
(Hörbuch und Soundtrack)

[Download über das kleine Symbol rechts oben im nachfolgenden „Soundcloud“-Fenster]

 



Unser aktuelles Spendenprojekt

Computer und Internetzugang für Flüchtlinge in München und weiteren Orten.

fill_730x380_IMG_20150204_152904

Schreiben ist auch ein Handwerk…und dafür braucht es Werkzeuge.
Deshalb fördern wir das Projekt von → ›Refugees Online e.V.‹, das Flüchtlingen Zugang zu digitalen Medien vermittelt.

Die Abwicklung der Spenden erfolgt über → ›betterplace.org‹.

Alle gesammelten Gelder gehen zu 100% an das Hilfsprojekt.

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.